
Sound Lab
Erforscht die künstlerischen Anwendungen von Quantentechnologien durch Klang.
Vom 21. Februar bis zum 4. Mai 2025 ist im Kraftwerk das LAS Sound Lab zuhause. Als Ort der klanglichen Erkundungen lädt es dazu ein, neu in Auftrag gegebene Sound-Arbeiten zu hören, die sich mit den künstlerischen Möglichkeiten der Quantentechnologie auseinandersetzen.
Seit einigen Jahren experimentieren Sound-Künstler:innen und Musiker:innen mit Tools und Konzepten, die auf quantenmechanischen Vorgängen basieren.
Für die erste Ausgabe des Sound Labs haben wir jene von ihnen eingeladen, deren unverwechselbare Ästhetik und musikalische Experimentierfreudigkeit mit ihrer Fähigkeit einhergeht, sich mit neuen Technologien und wissenschaftlichen Ideen auseinanderzusetzen. Ihre Kompositionen erweitern auf besondere Weise unsere Hörgewohnheiten.
Im Kraftwerk wurde ein eigener Raum für das aufmerksame Hören dieser Werke eingerichtet. Besucher:innen können sich auf Liegestühlen zurücklehnen und die Audiotracks über digitale Abspielgeräte und Kopfhörer in einer immersiven und kontemplativen Atmosphäre erleben.
Das Sound Lab ist eine fortlaufende Initiative, bei der jedes Mal ein neu in Auftrag gegebenes Werk vorgestellt wird, das sich mit den künstlerischen Anwendungen von Quantentechnologien befasst. Nach der Komposition von Kara-Lis Coverdale präsentieren wir aktuell eine Klanginstallation von Marco Donnarumma.
Der Besuch des Sound Lab ist im Tagesticket für die Installation WE FELT A STAR DYING enthalten. Tickets sind über unseren Ticketshop erhältlich.
Marco Donnarumma: Lestes
Kraftwerk Berlin
25. März — 13. April 2025
In der Installation Lestes interpretiert Marco Donnarumma das quantenphysikalische Prinzip der Superposition durch Klang. Das Stück wurde so komponiert, dass es über mehrere Kanäle – Knochenleitung, haptisch und auditiv – wahrgenommen werden kann. Es lässt sich über herkömmliche Kopfhörern oder mit künstlichen Organen hören, die vom Künstler geschaffen wurden, um sie an den Körper anzubringen. Die einzigartigen und einander ergänzenden Hörerlebnisse reflektieren das Konzept der Superposition mehrerer Zustände, während sie gleichzeitig Nomen des Zuhörens in Frage stellen.
„Die Quantenphysik bietet eine Welt der Gleichzeitigkeit. Klang ist immer in Superposition: er streichelt die Haut, erschüttert die inneren Organe, dringt in die Cochlea ein, er hallt im Körper wider. Lestes wirkt der Festschreibung ‚normaler‘ Arten des Hörens entgegen. Hier überlagern sich das verkörperte Hören und das cochleäre Hören, und der Klang wird zur körperlichen Vorahnung.”
— Marco Donnarumma
Bisherige Künstler:innen waren
Kara-Lis Coverdale: Primary Action at a Distance
Kraftwerk Berlin
21. Februar — 24. März 2025
Mit der Soundarbeit Primary Action at a Distance interpretiert Kara-Lis Coverdale das quantenphysikalische Konzept der Verschränkung. Als Instrument nutzte sie Actias, einen Synthesizer, der Prinzipien der Quantenphysik und des Quantencomputings integriert, um neue Möglichkeiten der Musikgestaltung zu eröffnen.
„Primary Action at a Distance beschreibt ein System der Konnektivität. Teilchen innerhalb einer Kugel bewegen sich und ihr Zustand ist relativ. [...] In diesem Raum gibt es keinen Anfang, kein Ende und keinen Schatten. Was ist Verschränkung, wenn nicht die Überschneidung von Du und Ich?”
— Kara-Lis Coverdale
Biografien
02
Künstler
Marco Donnarumma

Künstlerin
Kara-Lis Coverdale
Credits
Marco Donnarumma
Lestes
8 min, stereo/binaural audio, 2025
Field recording, bass guitar, custom software
LAS Projekt-Team
Produktions- und Installationsteam
Mit Dank an:
Christl Baur (Ars Electronica), Monica Bello (Arts at CERN), Andrea Familari, Regina Greene (Front Porch Productions), Ferdi Tomassini und Harry Kumar (Moth Ltd.), Remco Schuurbiers (CTM), K-Star, Furore.
Bisherige Künstler:innen waren
Kara-Lis Coverdale
Primary Action at a Distance
7:45 min, Stereo-Audio, 2025
Instrumentation: Actias synthesis